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Ulrich
Gross, Geschäftsführer Betriebswirtschaft, Service
und Technik, eröffnete den zweiten Tag des Fachkongresses.
Die Binnenhäfen, so sein Fazit der zwei Jahre nach
dem ersten Hafentag, hätten gezeigt, welche Dynamik,
welche Sprengkraft und welches Entwicklungspotenzial in
ihnen stecke. Dass sie gar nicht so klein und unbedeutend
seien, wie manche noch immer meinen würden, hätte
nicht nur die Hafenrundfahrt
am ersten Kongresstag deutlich vor Augen geführt.
„Binnenhäfen sind enorm vielseitig und breit
aufgestellt.“
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Ulrich Gross, Geschäftsführer
Betriebswirtschaft, Service und Technik |
Gross berichtete, es sei interessant, die Schere zwischen Theorie
und Praxis zu verfolgen. Einerseits würden hervorragende
Gedanken entwickelt und diskutiert, ihre Umsetzung scheitere
aber noch viel zu häufig am Kirchturmdenken. „Das
Große zu erkennen und das Machbare umzusetzen scheint
doch ganz schön schwierig zu sein.“ Gute Ansätze
scheiterten manchmal an kleinkarierten Bedenken auf kommunaler
Ebene – „und da habe ich das Nationale noch gar
nicht angesprochen.“ Es herrsche, so seine Kritik, teilweise
immer noch ein kleinstaatliches Denken, das in der Logistik
schon lang abgelegt worden sei. Stattdessen seien die Diskussionen
dadurch beeinflusst, wer wo wann welche Interesse habe. „Das
sind kleinkrämerische Gedankengänge“, so kritisierte
der Geschäftsführer, die im krassen Widerspruch zu
den Großkunden ständen, die vor allem Geld verdienen
wollen. „Und das muss uns doch zu denken geben.“
Die Binnenhäfen rief er auf, die Arroganz der Seehäfen
zu überwinden. „Die Seehäfen haben teilweise
noch
gar nicht begriffen, dass sie aktive Partner brauchen.“
Stattdessen hätten die Verantwortlichen immer noch Angst,
Entscheidungspotenziale an das Hinterland abzugeben. Zudem hätten
sie noch immer nicht das Potenzial der Binnenhäfen erkannt,
als Überdruckventil zu fungieren, das helfen könne,
Probleme abzufedern. „Aber angesichts der erwarteten Zuwachsraten
kann das so nicht weiter gehen.“ Wo der Weg hin gehe,
zeige ein Blick in die Schiffsbaunachrichten: „Ich denke,
dass die Auftraggeber dieser Projekte genau wissen, wo sich
die internationale Warenströme hin entwickeln.“ Über
welche Standorte die zweistelligen Zuwachsraten dann abtransportiert
würden, werde in den Küstenstandorten entschieden.
„Wenn die Seehäfen nicht begreifen, dass der Druck
wächst und sie nicht die Hand ergreifen, die wir ihnen
reichen, dann werden die Ströme durch die Hintertür
kommen. Das Mittelmeer haben viele ebenfalls noch nicht auf
dem Plan. Beide Parteien, die See- und die Binnenhäfen
haben zu verlieren.“ Und eine bessere Partnerschaft als
die, in der beide Parteien etwas zu verlieren haben, gemeinsam
aber nur gewinnen würden, könne er sich nicht vorstellen.
Marc de Witte sprach als Manager Business Development der Nova
& Hesse-Nord Natie (NHS), einer Stauerei für konventionelle
Güter im Antwerpener Hafen, über „Zukunftsorientierte
Konzepte für die Stahlindustrie“. Der Belgier berichtete,
dass es auch bei den konventionellen Gütern sowie im Stückgutbereich
„viel Bewegung“ gebe. Als eine Reaktion würden
derzeit zahlreiche neue Schiffe gebaut. Er betonte, dass Zusammenarbeit
und Gespräche auch über Ländergrenzen hinweg
notwendig seien, um die derzeit gute Position der Northsea-Range
gegen den Mittelmeerraum zu verteidigen. NHS schlage derzeit
schiffsseitig ein Volumen von 4,4 Mio. Tonnen (2007) um, die
sich auf vier Terminals verteilen. Insgesamt weise Antwerpen
mit einem Gesamtumschlag von 183 Mio. Tonnen einen Anteil von
12,25 für Eisen und Stahl auf.Eine Voraussetzung für
alle Aktivitäten sei heute ISPS. „Es ist wichtig,
die Güter gut zu schützen und eine 24-stündige
Kontrolle zu gewährleisten. Vor zehn Jahren hatten wir
noch einen offenen Hafen, da lief alles sehr einfach und auch
sehr gemütlich.“
Wichtiges Standbein des Erfolges seien neben der „wilden
Schifffahrt“ oder dem „Tramping“ die
Liniendienste, von denen derzeit 300 mit 800 Zielhäfen
bestehen.
Am 5te Hafen Dock unterhalte das Unternehmen ein Terminal
mit 1350 Metern Kailänge, einem Tiefgang von 37
Fuß und einer Gesamtfläche von 110.000 Quadratmetern
sowie 55.000 Quadratmetern Lagerhausfläche. Zum
Umschlag stünden fünf 27 Tonnen-Kaikräne,
ein 100 Tonnen-Mobilkran sowie 3/40 Tonnen-Forklifts
zur Verfügung. Am 6te Hafen Dock betreibe NHS an
1200 Metern Kai mit einem Tiefgang von 46 Fuß
133.000 Quadratmeter offener Lagerfläche sowie
55.000 Quadratmeter Lagerhaus. Sie würden mit sechs
15 Tonnen-Kränen mit einer Reichweite bis 33 Metern,
drei 27 Tonnen-Kärnen mit bis zu 42 Metern Auslage,
zwei 100 Tonnen-, einem 120 Tonnen- und einem 140 Tonnen-Mobilkran
versorgt. Zudem stünden zwei Reachstacker mit bis
zu 40 Tonnen und Forklifts zwischen 6 und 40 Tonnen
bereit. Das Feederdock habe einen Tiefgang von 26 Fuß.
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Marc de Witte, Manager
Business Development
Nova & Hesse-Nord Natie (NHS)d Technik |
Im
Stahlterminal lägen hinter den 1319 Metern Kai 167.231
Quadratmeter Lagerfläche, sowie zwei Lagerhäuser
mit 25.260 und 7565 Quadratmetern. Die Be- und Entladung übernehmen
fünf 15 Tonnen-Kaikräne mit einer Reichweite von
bis zu 45 Metern, ein 20 Tonnen-Laufkran sowie ein 63 Tonnen-,
ein 100 Tonnen- und ein 120 Tonnen-Mobilkran.
Das Coil-Terminal werde
mit vier 35 Tonnen-Kaikränen, einem 100 Tonnen-Mobilkran
sowie sechs 35 Tonnen-Laufkränen versorgt, hinter denen
31.850 Quadratmeter Lagerfläche, einmal 5059 Quadratmeter
und einmal 10.118 Quadratmeter Lagerfläche lägen.
Vor dem Kai mit 242 Metern Länge sei ein Tiefgang von
50 Fuß.
Auf der Anlage bestehe ein EDI Daten-Link zwischen Terminal
und Verschiffer, die Coils würden noch auf dem Trailer
oder im Binnenschiff gescannt und dann entsprechend ihrer
Bestimmung und je nach Abmessung eingelagert. Landseitig würden
dabei keine Gabelstapler mehr eingesetzt, den Transport übernähmen
spezielle Kräne, die unter anderem automatisch abhaken.
„Wir sind dabei der Industrie gefolgt und stehen
im ständigen Kontakt, um neue, noch bessere Methoden
zum Umschlag einzuführen.“ Auch auf die Aus-
und Weiterbildung der Mitarbeiter lege das Unternehmen großen
Wert.
Modernste Standards seien
auch bei der Lagerung vorhanden. Sie solle nicht nur einfach
und sicher sein, sondern auch gewährleisten, dass die
Coils kein Öl aufnehmen. Dazu und um Schäden so
weit wie möglich zu vermeiden, seien die Lagerflächen
wie in der Reifenindustrie mit Teppichen ausgelegt. Durch
ein flexibles System könne zudem eine Vielfalt von Abmessungen
in hoher Anzahl aufgenommen werden.
Für das Unternehmen,
so de Witte, seien auch die Bahnverbindungen wichtig, um den
Kunden eine trimodale Anbindung zu ermöglichen. Die schlügen
teilweise ihre Produkte auch schon in Containern um.
Stahlträger seien
hingegen anspruchsloser und könnten, so der Manager,
auch auf Außenflächen gelagert werden. Hier würden
sie auf Wunsch zudem nicht nur umgeschlagen, sondern auch
für eine just-in-time-Zustellung vorgehalten. Nur ein
Beispiel, wie sich das Unternehmen von einem Terminal Operator
zu einem engagierten Partner für den Eisen- und Stahlbereich
entwickelt habe, der mitdenkt und mit den Kunden Konzepte
und innovative Lösungen entwickele.
Früher seien die
Kunden meist die Reedereien gewesen, heute verstärkt
die Industrie und alle Verschiffer. Deshalb sei NHS auch daran
interessiert, strategische Allianzen einzugehen. Die Dauer
der Verträge biete zudem Sicherheit für Investitionen.
Neue System und innovative Techniken führten wiederum
zu höherer Rendemente sowie niedrigeren Kosten. „Das
Endresultat ist eine Win-Win-Beziehung, ein schnellerer und
sicherer Umschlag mit weniger Hafenarbeitern.“
Zu den neuen Konzepten
gehöre auch, dass den Kunden nicht nur neue und hochwertige
Produkte angeboten werden, sondern die Mitarbeiter noch mehr
Qualität in Umschlag und Lagerung anstreben. Um die Sicherheit
zu verbessern sei ein fester Sicherheitsberater etabliert
worden. Zudem suchten die Mitarbeiter ständig den Kontakt
zum Kunden, um neue Behandlungstechniken und Methoden, innovative
Verfahren, ein modernes Supply Chain-Management, versicherungstechnische
Konzepte erst zu diskutieren und dann umzusetzen.
Der Direktor EMO Kohle
und Erz Dick van Doorn stellte seine Vorstellungen über
„Die Zukunft des Massengutumschlages“ vor. Das
Unternehmen sei der größte Massengut-Terminal in
Westeuropa und habe eine maximale Kapazität von 42 Mio.
Tonnen Eisenerz und Kohle pro Jahr. Jederzeit könnten
bis zu 7 Mio. Tonnen auf den 160 Hektar Fläche gelagert
werden, dazu arbeiteten die rund 400 Mitarbeiter in fünf
Schichten 355 Tage pro Jahr.
Im vergangenen Jahr seien
rund 15 Mio. Tonnen Eisenerz und 20 Mio. Tonnen Kohle bewegt
worden. Nach Osten und Westen reichten die Verkehrsverbindungen
von Rotterdam bis nach Hannover, nach Süden bis Thionville
sowie das Rhein-Main-Donau-Gebiet. Weitere Feeder-Verbindungen
bestünden nach Großbritannien und Irland sowie
zu den Norddeutschen Seehäfen.
Die 15 Mio. Tonnen Eisenerz
des vergangenen Jahres seien zu 78 Prozent aus Brasilien,
12 Prozent aus Südafrika sowie Mauretanien (5 Prozent),
Australien (4 Prozent) und anderen wie Norwegen (1 Prozent)
gekommen. Sie wären vor allem für Kunden in Deutschland
(66 Prozent), Österreich (18 Prozent), Belgien
(14 Prozent) und anderen Ländern (2 Prozent) bestimmt
gewesen.
An den Transporten habe die Binnenschifffahrt eine Anteil
von 48 Prozent vor dem Eisenbahnwaggon mit 40 Prozent
sowie Küstenmotorschiffen mit 12 Prozent. Der hohe
Anteil der Bahn, so erklärte der Manager, erkläre
sich durch einen großen Abnehmer im Saarland, der
komplett auf die Schiene setze.
Kohle werde hingegen vor allem aus Südafrika mit
einem Anteil von 38 Prozent, Australien mit 26 Prozent
und Kolumbien mit 14 Prozent importiert, daneben aus
den USA (8 Prozent), Norwegen (5 Prozent) und Indonesien
(4 Prozent) und an Kunden in Deutschland mit einem Anteil
von 64 Prozent, den Niederlanden (22 Prozent), sowie
Frankreich und Belgien (je 7 Prozent) geliefert.
Hier habe die Binnenschifffahrt einen Anteil von 63
Prozent, gefolgt von der Eisenbahn mit 22 Prozent und
den KüMos mit 3 Prozent. Die fehlenden Tonnen (12
Prozent) gingen direkt an das Kraftwerk Maasvlakte.
Es sei aber davon auszugehen, dass der Anteil der Schiene
in den kommenden Jahren wachsen werde, wenn die Anzahl
von derzeit zehn bis zwölf Zügen pro Tag auf
bis zu 18 oder 19 gesteigert werden könnte. |
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Dick van Doorn,
Direktor von EMO Kohle und Erz |
Hintergrund seien auch im Massengutbereich steigende Mengen:
Nicht nur die Containertransporte, so betonte van Doorn,
explodierten, auch bei Eisenerz sei ein boomender Weltmarkt
festzustellen, der vor allem durch eine wachsende Nachfrage
Chinas bestimmt werde. „Und da ist in den kommenden
Jahren auch kein Rückgang zu erwarten.“ Das
habe dazu geführt, dass die noch vor drei Jahren
in einer Studie als unrentabel angesehene Produktion in
Europa sich wieder lohne – die Schließungspläne
seien in den Schubladen verschwunden. Vielmehr sei von
wachsenden Produktionen auszugehen. Gleichzeitig wäre
aber eine Verlagerung von Teilen der Eisenproduktion in
Länder wie Brasilien festzustellen. |
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Dick van Doorn,
Direktor von EMO Kohle und Erz |
Haupteinflüsse für
die Entwicklung der Kohleverkehre sieht der Manager in den
Schließungsplänen für die deutschen Bergwerke,
durch die rund 20 Mio. Tonnen Inlandsproduktion pro Jahr wegfielen.
„Da werde die ARA-Häfen in Zukunft eine große
Rolle spielen da gleichzeitig neue Kraftwerke, nicht zuletzt
unter dem Eindruck der Umweltschutzdiskussion, gebaut werden.“
Die CO2-Diskussion und dadurch eine eventuelle Wiederbelebung
der Atomindustrie könnten aber auch negative Einflüsse
haben, wie der Fachmann zu bedenken gab.
Diese Entwicklungen hätten
sich auch auf die Seefrachten ausgewirkt. Während die
bis 2005 meist relativ stabil bei 10 bis 20 US-Dollar gelegen
hätten, erreichten sie heute teilweise 50 US-Dollar.
Das führe dazu, dass ein großer Massengut-Frachter
heute rund 200.000 US-Dollar pro Tag kostet. „Und wenn
wir nicht in der Lage sind, das Schiff rechtzeitig zu entleeren,
dann kommen Riesenkosten auf uns zu.“ Derzeit seien
rund 900 Schiffe weltweit unterwegs – würden alle
Neubaupläne umgesetzt, könnte sich die Flotte in
drei bis vier Jahren verdoppeln.
Die hohen Preise für
Kohle hätten zudem die Hedge Fonds und Anleger von Banken
aufmerksam gemacht, die verstärkt in Rohstoffe investierten.
„Für uns bedeutet das aber eine Unsicherheit bei
den Informationen über die Schiffe, da wir nie sicher
sein können, ob diese auch wie geplant anlegen.“
Das mache es schwer, die Terminalkapazitäten genau zu
planen.
Aber auch den Rhein als
wichtigste Wasserstraße mache Probleme: „Flüsse
werden bestimmt vom Pegel und der Rhein hat sich in den letzten
Jahren verändert. Er wird immer stärker zu einem
regenbeeinflussten Fluss.“
Schwankende Pegel hätten aber – vorab schwer zu
kalkulierende – Auswirkungen auf Frachtraten und Liefersicherheit.
So hätten einige Kraftwerke am Oberrhein die Versorgung
inzwischen vom Binnenschiff auf die Eisenbahn verlagert, welche
feste Kosten und Liefervolumina garantiere könne. Eine
allgemein zu beobachtende Tendenz, die die Bahn durch besondere
Konzepte zu nutzen suche. Allerdings zeige die Binnenschifffahrt
im Vergleich zu der Bahn eine deutlich höhere Flexibilität.
Van Dorn geht deshalb davon aus, dass die Binnenschiffe vor
allem zukünftige Güterverkehrszuwächse verlieren
könnten.
Für die großen
Massengutterminals sieht er zukünftig die Aufgabe, die
ankommenden Ladungen für den Weitertransport zu stückeln
und als Puffer in der logistischen Ketten zu fungieren: „Zeitprobleme
werden über unsere Gelände gelöst.“ Zunehmen
werde die Aufgabe der spekulativen Lagerung für Banken
und Hedge Fonds. Das führe in Konsequenz auch zu einer
großen Varianz bei den Ankünften.
In den kommenden Jahren
sei es deshalb die Aufgabe eines Massengut-Terminals, angesichts
der hohen Kosten
eines Seeschiffes das Schiff-Land-Interface sicher zu stellen,
begrenzte Lagermöglichkeiten auszubauen und die veränderlichen
Wasserstände der Binnenschifffahrt ebenso auszugleichen
wie die Inflexibilität der Eisenbahn.
Einen von drei Geschäftsbereichen der BLG stellte
Frank Sturm, Geschäftsführer der BLG Logistics
Automobile GmbH & Co. KG, Bremen, in seinem Vortrag
„Trends und Strategien in der Automobillogistik“
vor. Die Kunden des Bereiches Automobile produzierten
national wie international, wobei ein Händlernetz
die hochwertigen Fahrzeuge dann verkaufe. Dabei würden
die Produktionsstandorte der Automobilindustrie den Märkten
folgen. Festzustellen sei deshalb ein anhaltender Trend
zur Globalisierung der auch Auswirkungen auf den Seehafenanteil
der Automobillogistik habe. |
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Frank Sturm, Geschäftsführer
BLG Logistics Automobile GmbH & Co. KG |
Diese Internationalisierung
sei besonders durch den Ehrgeiz der Abbildung von Gesamtketten
und derer logistischen Prozesse für die nationale Automobilindustrie
geprägt. Vor zehn Jahren hätte noch ein Stadtteil
von Bremerhaven und Bremen gereicht, um die Standorte des
Unternehmens darzustellen, heute fänden sich Niederlassungen
und Büros auf der ganzen Welt.
Die Automobilindustrie
produziere modellspezifisch international. Dabei verbänden
große Autocarrier mit einer Kapazität von bis zu
8000 Pkw, einer Länge von 228 Metern und 14 Decks die
Kontinente. Wenn BMW den X 5 und Daimler die M-Klasse in den
USA sowie Koreaner wie KIA und Hyundai in Europa produzierten,
würde auch daraus Transport und Umschlag resultieren.
Für die Automobillogistik
resultiere aus der Globalisierung ein Umschlagswachstum, was
sich beispielhaft aus den Steigerungen der letzten vier bis
fünf Jahre für den Autoumschlag in Bremerhaven ablesen
lasse. In Summe würden über 6 Mio. Fahrzeuge in
der engeren Nord-Range bewegt „und das ist nur ein Teil
des Gesamtvo-lumens.“
Aus den enormen Volumen
resultierten aber auch neue Verkehrsströme und damit
auch neue Transportstrategien: „Schiffe brauchen Häfen,
Häfen sind unsere Kompetenz. Also heißt unsere
Strategie: Seehafenterminals!“ Und er fügte an:
„Wurde Europa in der Vergangenheit zu einem großen
Teil über die aufgeführten Häfen beliefert,
so rechtfertigen die gestiegenen Volumen, selbstverständlich
auch vor dem Hintergrund der wachsenden Märkte in Europa,
heute die komplette Schiffsabwicklung auch in Südeuropa.“
Das Unternehmen habe deshalb als zweiten Hub ein Seehafenterminal
im süditalienischen Gioia Tauro entwickelt. „Nach
150.000 umgeschlagenen Fahrzeugen in 2007 erwarten wir für
2008 mehr als eine Verdoppelung.“ Das Terminal werde
in einem Joint Venture zusammen mit der Reederei NYK betrieben.
„Trend und Strategie ist weiterhin die enge Kooperation
zwischen Häfen und Reedern, die Containerwelt macht es
vor. Das Motiv ist klar: Kapazitäten sichern!“
Da der Markt hauptsächlich
in Osteuropa liege und dort auch sehr große Zuwächse
in den kommenden Jahren zu erwarten wären, läge
es auf der Hand, dass die BLG als Joint Venture ein weiteres
Seehafenterminal in St. Petersburg gegründet habe. Ein
zusätzliches Terminal befinde sich in Illychevsk am Schwarzen
Meer in der Ukraine, das durch Feederschiffe an Gioia Tauro
angebunden sei, in der Endphase der Projektierung. „Wenn
wir die europäischen Produktionsstandorte betrachten,
wird schnell deutlich, dass der Automobillogistiker in Westeuropa
allein kein Wachstum mehr generieren kann. Der Markt hat sich
gen Osten verschoben, ein großer Teil der 18,3 Mio.
heute in Europa produzierten Fahrzeuge wird bereits nicht
mehr vor unserer Haustür produziert.“
Um für die Kunden, die OEMs, die Automobilhersteller
und deren Händler, attraktive und sinnvolle Gesamtkonzepte
umsetzen zu können, so Sturm, werde ein verknüpftes
Netzwerk aus Terminals und transportierenden Kapazitäten
benötigt. Dazu betreibe das Unternehmen teilweise
mit Joint Venture-Partnern ein Terminalnetzwerk auch im
Hinterland, über das rund 800.000 Fahrzeuge im Jahr
abgewickelt würden.Verbindende Elemente seien nicht
nur eine 450 Fahrzeuge starke Lkw-Flotte, sondern auch
Binnenschifffahrts- und Bahntransporte. |
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Für die Zukunft
kündigte Sturm an: „Die Strategie der BLG besteht
nicht darin, das Vorhandene zu vergrößern, um eventuell
Volumenwachstum aufzunehmen, sondern aus dem gezielten Ausbau
des Terminalnetzwerkes und der trimodalen Verkehrsträger.“
Dabei stehe auch die ökologische Ausrichtung im Fokus.
Für 2009 sei die Inbetriebnahme von vier weiteren Terminals
geplant. Bei der Planung seien nicht nur die Produktionsstätten,
der Konsumentenmarkt und die Einbindungsmöglichkeiten
in bestehnde Netze entscheidend, sondern auch das Vorhandensein
leistungsfähiger Bahnanbindungen. „Denn es ist
auch Strategie, unser Terminal hier in Neuss mit unseren Ostterminals
zu verbinden.“
Daher habe sich BLG auch
an der Mainzer Car Transport Logistik beteiligt, ein Joint
Venture, das unter dem Namen BLG Auto Rail bis 2014 mindestens
75 Ganzzüge in den Einsatz bringen wolle, die dann in
der Lage wären rund 1,5 Mio. Fahrzeuge pro Jahr zu transportieren.
Daneben werde im Unternehmen auch das Binnenschiff als Zukunftsträchtig
angesehen. „Unser Ziel ist der Aufbau eines Verkehrs
zwischen den Rhein-Binnenhäfen und den Seehäfen
wie Zeebrügge, ebenso der Ausbau unseres Streckennetzes
bis Mühlhausen und Strasbourg. Analog werden wir auf
der Donau agieren.“ Er bemängelte in dem Zusammenhang,
dass im vorliegenden Entwurf des Masterplans Güterverkehr
und Logistik das Binnenschiff nur indirekt Erwähnung
finden würde.
In einem Terminal wie Neuss seien – nannte der Geschäftsführer
als Beispiel – inzwischen Technikleistungen ein fester
Bestandteil des logistischen Netzwerkes. Dazu gehörten
Dienstleistungen wie Transportschutzentfernungen ebenso selbstverständlich
wie Kundenkonfiguration oder die Aufrüstung von Fahrzeugen,
zum Beispiel der Einbau von Sonnendächern.
Dabei arbeiteten die
Mitarbeiter heute direkt ab Werk, übernähmen die
Fahrzeuge von der Produktionslinie, führten dann verschiedene
Dienstleistungen aus und distributierten sie dann über
das BLG-Netzwerk. Zudem arbeite das Unternehmen in den Technikcentern
auf den Terminals an der stetigen Ausweitung des Portfolios.
Dabei betreffe auch die Automobillogistik das Thema Fachkräftemangel.
Mit teilweise erheblichen Auswirkungen: Sei kein Kapitän
verfügbar, stünden bis zu 8000 Fahrzeuge auf dem
Autocarrier still. Deshalb umfasse das Ausbildungsangebot
des Unternehmens auch eine sehr vielfältige Palette von
Berufen. Und: „Im BLG-Konzern werden rund 330 junge
Menschen allein in Deutschland ausgebildet.“
Das Autoterminal in Neuss
umfasse eine Fläche von fast 230.000 Quadratmetern mit
einer Lagerkapazität von 9000 Fahrzeugen, in der trimodalen
Anbindung seien fünf Bahngleise a 600 Meter und zwei
Schiffsanleger enthalten. Im Technikcenter könnten die
insgesamt 111 hoch qualifizierten Mitarbeiter den Kunden eine
weite und qualitativ hochwertige Dienstleistungspalette anbieten.
Die Produktionsnähe sei dabei Basis für die Umsetzung
ökologisch orientierter Automobillogistik-Konzepte. „Das
Autoterminal Neuss schafft Mehrwert für den Kunden“,
fasste Sturm zusammen. Der Neuss Düsseldorfer Hafen sei
nicht nur ein aktiver Partner der Seehäfen sondern ein
attraktiver, zukunftsträchtiger Partner auch und gerade
für die Automobillogistik.
Ein wie er es nannte
„sehr altes Unternehmen mit einer besonderen Struktur“
stellte Armin Riedl, Geschäftsführer Kombiverkehr
KG, in seinem Vortrag „Die Zukunft des Kombinierten
Verkehrs für die Hinterlandstandorte“ vor: Die
Deutsche Gesellschaft für Kombinierten Güterverkehr
mbH & Co KG sei 1969 in Frankfurt gegründet worden.
Seit 2002 bestehe die Gesellschafterstruktur der Kommandisten
zu jeweils 50 Prozent aus rund 230 Speditionen auf der einen
Seite und der Intermodal DB Logistics auf der anderen Seite.
„Wir machen allerdings ein relativ einfaches Produkt:
Wir kaufen einen festen Ganzzug von A nach B. Konkret sind
das qualitativ hochwertige Verbindungen im Kombinierten Verkehr
Schiene-Straße in Europa mit täglich 170 Direkt-
und Shuttlezügen mit mehr als 15.000 Verbindungen im
Gatewayverkehr.“ Zielgruppe des Angebotes seien Spediteure
und Transportunternehmer. Im Jahr 2006 erwirtschafteten die
166 Mitarbeiter einen Umsatz von 372,2 Mio. Euro bei einem
Eigenkapital von 15,7 Mio. Euro. Das Transportvolumen in „verladenen
Lkws“ sei seit 2001 um 50 Prozent gestiegen.
Es habe 2007 bei etwas
mehr als 1 Mio. Sendungen gelegen, was gegenüber dem
Vorjahr eine Steigerung von 7,6 Prozent sei. Im internationalen
Verkehr seien 742.176 Sendungen transportiert worden –
eine Steigerung gegenüber 2006 von 6,5 Prozent. Im nationalen
Verkehr seien es 259.240 Sendungen gewesen, ein Plus von 10,7
Prozent. Im vergangenen Jahr habe das Unternehmen einen Anteil
von rund 25 Prozent der nationalen Verbindungen gehabt. National
würden jede Woche 290 Züge (Richtung plus Gegenrichtung)
los geschickt, das sind pro Nacht 1600 Lkw. „Dabei ist
auch Neuss ein Teil des Netzwerkes.“ Das bestünde
bundesweit aus mehr als 25 Terminals.
Neben einem vorteilhaften Annahmeschluss und Abladebeginn
biete das Unternehmen den Kunden schnelle Nachtsprungverbindungen,
fahre inzwischen aber auch tagsüber. „Ich denke,
dass wir einen ganz wesentlichen Teil in einem knappen
Markt haben werden“, ist Riedl zuversichtlich.
Das Netz weise zudem optimale Anbindung an das europäische
Ganzzugnetz auf und sei so in den nationalen Systemen
verankert. „Wir produzieren dabei wie eine Luftfahrtgesellschaft.“
Pro Woche würden rund 520 internationale Züge
abgewickelt (Richtung plus Gegenrichtung), wobei internationale
Ganzzüge nicht nur mit dem Kombi-Netz 2000+ integriert
seien, sondern auch mit den Angeboten anderer KV-Operateure
verknüpft und Anschluss an die Verteilernetze anderer
europäischer Länder hätten. |
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Armin Riedl, Geschäftsführer
Kombiverkehr KG |
In Ost- und Südosteuropa
bestünde in den neuen Ländern der EU derzeit noch
ein Bestandsschutz für die Eisenbahnen. Doch, so bilanzierte
der Geschäftsführer, habe sich durch die Liberalisierung
die Qualität der Leistungen deutlich verbessert. In Südeuropa
führen die Züge zum Beispiel inzwischen schneller
und pünktlicher als der Lkw.
Neben dem Kerngeschäft
als Operateur für den Kombinierten Verkehr Schiene-Straße
mit der strategischen Ausrichtung auf ein grundsätzlich
europaweit dichtes Netzwerk biete das Unternehmen weitere
begleitende Geschäftsfelder an. Dazu gehörten unter
anderem Terminalbeteiligungen, die Beteiligung an Operateuren,
Waggons, Umschlaggeräte, Eisenbahnverkehrsunternehmen,
Consulting (unter anderem KombiKonsult, Gefahrgutberatung
und Logistikoptimierung) sowie IT-Dienstleistungen. So sie
Kombiverkehr auch an Neuss Trimodal beteiligt.
Im Rahmen der Hinterlandverbindungen
biete Kombiverkehr für Spediteure auch Hafen-Terminal/
Terminal-Terminalverbindungen, mit Direktverbindungen und
Gateways ab den Seehäfen Rotterdam, Bremerhaven und Hamburg.
So werde seit Ende letzten Jahres die Strecke Rotterdam -
Duisburg sowie Rotterdam - Duisburg - Dortmund mit zwei Loks
bedient. Auch wenn es sich nicht um das Kerngeschäft
handele, so sehe das Unternehmen einen Bedarf an qualitativ
hochwertigen und pünktlich ankommenden Verbindungen.
Von Rotterdam liefen
zudem Verbindungen nach München, weitere seien nach Neuss
und Köln geplant. Somit entstünden etwa 60 mögliche
Verbindungen ab Rotterdam im Kombinetzwerk über Gateways.
Das Unternehmen Optimodal
in Rotterdam biete die gesamte Bandbreite intermodaler Logistiklösungen.
Dazu gehörten Seehafenhinterland-Spedition unter Nutzung
unterschiedlicher Verkehrsträger wie Schiene, Straße
und Binnenschiff aber auch die Arbeit als Agentur für
KV-Operateure Schiene-Straße.
Ab Neuss bestünden
Direktverbindungen (ohne Gateways) nach Hamburg-Bilwerder,
Leipzig, Dresden, Graz, Wien, Wels, Budapest und Verona. Die
zentrale Richtung Österreich sei dabei ein besonderer
Schwerpunkt. „Unser Grundkonzept ist es, Containerverkehre
und kontinentale Verkehre europaweit zu stärken“,
fasste Riedl zusammen.
Die Umsetzung sei jedoch
an Voraussetzungen geknüpft. So forderte der Geschäftsführer
moderne und effiziente Seehafen-Terminals wie ECT und RSC
Rotterdam. Weiterhin seien leistungsfähige intermodale
Hinterlandterminals wie Neuss Trimodal und eine gute Schieneninfrastruktur
erforderlich. Als Beispiel für letzteres nannte er die
Betuwe-Linie. Die hochmoderne Güterverkehrsstrecke zur
Verbindung des Rotterdamer Hafens mit dem Hinterland des Rhein-Ruhr-Gebietes
sei 2007 in Betrieb genommen worden. Sie reiche mit einer
Länge von 160 Kilometer von dem Seehafen bis nach Emmerich.
Die angestrebte Kapazität nach kompletter Fertigstellung
solle bei mehr als 400 Zügen pro Tag im 24 Stunden-Betrieb
liegen. Die Verbindung werde ab 2010 von Emmerich bis nach
Oberhausen ausgebaut.
Auch die weiteren Perspektiven,
so der Geschäftsführer, sähen gut aus: Die
Schieneninfrastruktur könne weiter ausgebaut werden,
so sei im Masterplan eine Verdoppelung der Mittel für
KV-Terminals vorgesehen: „Wir erwarten, dass es zu wesentlichen
Geldmitteln kommt. Denn das Netz in Deutschland ist weitestgehend
ausgeschöpft.“ Genauso wichtig sei jedoch auch
der Ausbau der Schieneninfrastruktur: „Wir arbeiten
auf vielen Strecken noch auf einem Flickenteppich.“
Gleichzeitig sei eine Beibehaltung von Maßen und Gewichten
bei den Lkw beschlossen und durch die konsequente Einführung
des europaweit einheitlichen ETCS eine leistungsfähige
Sicherungs- und Leittechnik absehbar. Schließlich baut
er auf den Einsatz moderner Fahrzeuge wie Mehrsystemlokomotiven
für die Interoperabilität. Daneben forderte er aber
auch stabile Rahmenbedingungen für alle Verkehrsträger
– inklusive der Straße. „Wir haben große
Investitionssummen – und wenn die Marktbedingungen verändert
werden, dann ist es schwer, schnell zu reagieren.“
Zudem ist er optimistisch,
dass es in den Binnenhäfen zu einem massiven Mehraufkommen
kommen wird – und die Bedeutung der Standorte entsprechend
zunehmen wird.
Das Forschungsprojekt
„Binnen_Land – Logistische Integration von Binnenschiff
und Stadthafen:
Elemente intelligenter Transportketten und Knoten für
den Güterverkehr“ stellte Prof. Dr.-Ing. Heike
Flämig von der Technischen Universität Hamburg Harburg
vor. Das Projekt im Rahmen der Förderinitiative „Intelligente
Logistik im Güter- und Wirtschaftsverkehr“ des
Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie sei
mit einer Dauer von drei Jahren im Dezember 2007 angelaufen
und werde bei einem Gesamtvolumen von etwas mehr als 1 Mio.
Euro mit rund 840.000 Euro unterstützt.
Das Forschungsprojekt „Binnen-Land – Logistische
Integration von Binnenschiff und Stadthafen:
Elemente intelligenter Transportketten und Knoten für
den Güterverkehr“ stellte Prof. Dr.-Ing. Heike
Flämig von der Technischen Universität Hamburg
Harburg vor. Das Projekt im Rahmen der Förderinitiative
„Intelligente Logistik im Güter- und Wirtschaftsverkehr“
des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie
sei mit einer Dauer von drei Jahren im Dezember 2007 angelaufen
und werde bei einem Gesamtvolumen von etwas mehr als 1
Mio. Euro mit rund 840.000 Euro unterstützt. |
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Prof. Dr.-Ing. Heike
Flämig,
Technische Universität Hamburg Harburg |
An dem Forschungsverbund
beteiligen sich unter anderm das Institut für Verkehrsplanung
und Logistik der Technischen Universität Hamburg-Harburg,
das Institut für Geographische Wissenschaften der Freien
Universität Berlin, der Bundesverband öffentlicher
Binnenhäfen, die Hamburg Hafen Marketing e. V., die Deutsche
Binnenreederei AG, IXMODAL Gesellschaft für intermodale
Logistik mbH, die BEHALA Berliner Hafen- und Lagerhausgesellschaft,
die Hafenbetriebsgesellschaft Braunschweig, der Hafen Lüneburg,
die Mindener Hafen GmbH, die Sächsischen Binnenhafen
Oberelbe GmbH sowie die Neuss Düsseldorfer Häfen.
Die Neuss Düsseldorfer Häfen, so die Wissenschaftlerin,
seien vor allem für den Hinterlandverkehr der ARA-Häfen
relevant. Von denen belegten Rotterdam und Antwerpen derzeit
die Plätze 1 und 3 bei den europäischen Containerumschlägen.
Bei den summierten Güterumschlägen kämen
die drei ARA-Standorte auf Platz 1, 2 und 5. Und es sei
mit einem durchschnittlichen Umschlagswachstum des für
Deutschland relevanten Hinterlandverkehres von 4 Prozent
pro Jahr bis 2025 zu rechnen. Für Hamburg rechnen
Experten sogar mit einem durchschnittlichen Umschlagswachstum
von 5,3 Porzent. |
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Die Container, so die
Wissenschaftlerin weiter, würden jedoch in Rotterdam
zu 59 Prozent mit dem Lkw abtransportiert, in Antwerpen läge
der Wert bei 58 Prozent, in Hamburg sogar bei 68 Prozent und
in Bremen und Bremerhaven bei 55 Prozent. Während die
Binnenschifffahrt in Rotterdam auf einen Anteil von 30 Prozent
käme, in Antwerpen sogar auf 33 Prozent, liege der Wert
in den beiden deutschen Standorten bei nur zwei Prozent. In
Hamburg bedeute das bei durchschnittlich etwa zwei Binnenschiffen
pro Tag 6529 Lkw und 180 Ganzzüge. Beeindruckende Zahlen,
die ebenso wie die Berichte in den regionalen und überregionalen
den Bedarf neuer Infrastruktur deutlich machen würden.
Entsprechend hat die
Forschungsgruppe mehrere Herausforderungen ausgemacht: Wachsende
internationale Güterverkehre über die Seehäfen
führten zu einer Überlastung der bestehenden landseitigen
Infrastrukturen. Gleichzeitig habe die Ineffizienz im System
Binnenschifffahrt insbesondere bei Auslastung und Umschlag
zur Folge, dass die Wettbewerbsfähigkeit eingeschränkt
sei. Eine dritte Herausforderung seien die Nutzungskonkurrenzen
an den Hafenstandorten, die durch eine fehlerhafte Wahrnehmung
entstanden seien und nun zu einer Verdrängung der logistischen
Nutzung aus der Agglomeration führten. Dabei seien die
Häfen in ein komplexes System aus Daseinsgrundfunktionen
eingebunden.
Dazu haben die Wissenschafter,
so Prof. Flämig, verschiedene Lösungsansätze
formuliert. So könne die Binnenschifffahrt durch die
freien Kapazitäten die steigende Nachfrage nach Hinterlandtransporten
befriedigen und so zur Entlastung der Infrastruktur in den
Seehäfen beitragen. Dabei bestünden für den
Verkehrsträger hohe Potenziale der Prozessoptimierung
durch intelligente Logistikkonzepte. Die fehlende Wahrnehmung
des Verkehrsträgers könne durch eine noch zu entwickelnde
Kommunikationsstrategie begegnet werden, die das Hinterlandnetzwerk
der Seehäfen, Door-to-door-Services, die Ver- und Entsorgungsfunktion
für die Städte sowie die Voraussetzung der Standort-
und Funktionssicherung der Binnenhäfen betone. „Hafen
gehört mit zu Stadtgrundfunktionen und hat deshalb eine
ganz wichtige Aufgabe.“
Sie habe allerdings auch
ausgemacht: „Das Zusammenspiel der Binnen- und Seehäfen
muss sich in den Köpfen noch entwickeln.“ Ein wichtiger
Aspekt sei dabei auch die strategische Ausrichtung des Produktportfolios
der Binnenhäfen.
Derzeit gebe es bereits
verschiedene Möglichkeiten der Schnittstellenoptimierung
entlang der Transportkette. Von Hinterland-Hubs mit Leer-
und Lastdepots sowie Zolllägern über vorgelagerte
Gateway-Terminals und RoRo-Verladung bis hin zu Feeder Barges.
Eine neue Möglichkeit böten auch innovative Liniendienste
oder der Einsatz neuer Behälter für Massengüter,
zum Beispiel Containersysteme für den Transport von Massengütern
wie die IXBox. So würde eine effiziente Logistik, die
Flächeneinsparung durch schnellen Umschlag sowie eine
Senkung der Umschlagskosten und damit der Transportkosten
erreicht. Der Binnenhafen könnte so zudem in seiner Funktion
als logistischer Knoten mit Verkehrs- und Logistik-, Produktions-
sowie Handelsfunktion gestärkt werden.
Mit einem Dialog auf
allen, auch den politischen Ebenen über die Flächen
in Binnenhafen-Standorten könne die Erstellung von abgestimmten
und allgemein akzeptierten Hafenentwicklungskonzepten beziehungsweise
einem Masterplan Güterverkehr und Logistik erreicht werden.
Schließlich empfiehlt sie die Koordination der Hafenentwicklungsplanung
mit benachbarten Häfen.
| Prof.
Flämig rief dazu auf, Hafenentwicklung auch als
Stadtentwicklung zu begreifen. Ein neues Image für
die Hafenstandorte könnten den Hafen als integrierten
Teil der Stadt oder Region positionieren und so die
Funktionsfähigkeit betonen. Zudem regte sie eine
neue Kommunikationsstrategie unter dem Stickwort „eine
neue Hanse: flächensparsam und umweltverträglich“
an. |
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Die Forschungsgruppe rechne damit, das sich mehre positive
Faktoren ausmachen ließen. Etwa eine Reduzierung
der Umschlagszeiten im Hamburger Hafen mittels einer optimierte
Binnenschiffsabfertigung sowie die Profilierung der nassen
Transportkette durch den Einsatz neuer Technologien, den
Ausbau von Liniendienste entlang des Elbstrom und für
Schwergut sowie durch RoRo-Verladung sowie eine Betonung
der Funktion von Binnenhäfen als Hinterland-Hubs.
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Hinzu kämen
dann auch eine Verringerung von Nutzungskonkurrenzen und –konflikten
im Umfeld der Binnenhäfen sowie eine Standortsicherung
durch Positionierung als Knotenpunkte des trimodalen Verkehrs
und Knoten zur Sicherstellung der Funktionsfähigkeit
von Wirtschaft und Stadt/Region. Dies könne in Summe
zu einer Verlagerung des Güterverkehrs vom Lkw auf das
Binnenschiff allein im Elbstromgebiet mit einem Potenzial
von rund 100 Mio. Tonnenkilometern pro Jahr führen.
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